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Theorie & Praxis

Übersicht Natursteinmosaik Bilder

Natursteinmosaik setzen in Sand

Man fertigt hier aus Dachlatten einen Rahmen in der Größe des Mosaiks. Die Unterseite des Rahmens wird mit einer Pavatexplatte abgeschlossen. Man nehme dazu nicht zu lange Nägel, da diese später wieder entfernt werden müssen. Der Rahmen wird mit nicht zu grobem Sand ca. 3 cm hoch aufgefüllt. Man überträgt nun seinen Entwurf mittels Durchschlagpapiers oder eines Schnittmusterrädchens auf einen 1 mm dicken Holzkarton. Das oder die Motive werden mit einem Kartonmesser ausgeschnitten und so auf den Sand platziert, wie es im Entwurf vorgesehen ist.

Nun folgt das Setzen des Mosaiks, das aus selbst zugeschlagenen Natursteinen oder andern Materialien wie Keramikplatten, Glas usw. ausgeführt werden kann. Man beginnt die Steine des Hintergrundes um die Kartonschablone herum zu setzen, bis die ganze Sandfläche ausgefüllt ist. Das Verwenden verschieden großer Steine macht das Mosaik spannungsvoller. Bei dieser Art des Arbeitens gibt es keinen schnell erhärteten Zement, und man kann deshalb die Steine in Ruhe und mit Überlegung setzen. Ebenso kann die Arbeit daher beliebig unterbrochen werden.

Hat man den Hintergrund ausgeführt, schneidet man nun ein Teilstück nach dem andern aus der Kartonschablone heraus und setzt jeweils dieses Stück. Diese Technik hat den Vorteil, dass sich die Zeichnung beim Setzen nicht verändert und die Konturen scharf und genau erkenntlich bleiben.

Hat man das Mosaik zu Ende gesetzt, wird ein mittelstarkes Packpapier (etwas größer als das Mosaik) auf der einen Seite nass gemacht, auf der andern Seite mit Mehlkleister eingestrichen. Dieser Kleister soll etwas dicker sein als ein Omelettenteig und wird am besten mit der Hand gleichmäßig aufgetragen. Nun legt man das Papier vorsichtig auf das Mosaik, am besten zu zweit. Zuerst mit der Hand, dann mit einer Bürste wird das Papier auf die Steine gepresst, bis sich das Fugenbild gut abzeichnet und man das Gefühl hat, dass alle Steine kleben. Je nach Temperatur wird das Packpapier in 1-2 Tagen trocken und hart sein, so dass man, nachdem die evt. am Holzrahmen klebenden Papierränder gelöst wurden, das Papier mit den Steinen an der Unterseite an 2, bei größeren Stücken an allen 4 Ecken aus dem Sand ziehen kann. Einzelne nicht klebende Steine bleiben im Sand stecken und können leicht im seitenverkehrten Mosaikbild mit etwas Kleister eingesetzt werden. Der Sand wird nun aus dem Rahmen entfernt und an dessen Stelle wird das Mosaik mit der Steinrückseite nach oben in den Rahmen gelegt. Bei größeren Stücken legt man zur Verstärkung ein Drahtgitter oder auch einige 5-mm-Armierungsstäbe über die Steine.

Aus 3 Teilen sog. Blausand (nicht lehmhaltig) und 1 Teil gewöhnlichem Portlandzement wird nun die Mischung zubereitet. Sand und Zement werden trocken gut vermischt und erst dann wird Wasser dazu gegeben. Die Mosaiksteine werden genetzt und mit einer Konservenbüchse wird die erste, ziemlich flüssige Zementmischung eingegossen. Der Zement soll überall ganz in die Fugen eindringen. Dies lässt sich durch Stupfen mit einem breiten Pinsel gut erreichen. Nun folgt die übrige Mischung, die man viel dickflüssiger hält. Sie wird mit einer Dachlatte leicht geklopft, bis die Zementmasse gleichmäßig und kompakt ist. Dicke des Mosaiks je nach Größe 3-4 cm. Nach etwa 2-2½ Tagen, während denen das Mosaik feucht gehalten wird, kann man die hart gewordene Platte aufstellen und den Pavatex mit einer Zange lösen. Das Packpapier lässt sich wegziehen, und das nun sichtbar gewordene Mosaik wird mit einer nicht zu harten Bürste vorsichtig gereinigt, ist das Mosaik ganz durchgetrocknet und hart, wird der Holzrahmen entfernt und die Steine können mit einem Stein- schutzmittel (z.b. Rember) behandelt werden. Sie erhalten dadurch mehr Leuchtkraft und sind gegen Witterungseinflüsse besser geschützt.

Damit wäre die Arbeit zu einem glücklichen Ende gebracht. Damit sie auch wirklich befriedigt, seien zum Schluss noch einige Ratschläge beigefügt.

  1. Motivwahl: Man halte sich an einfache, großflächige Formen, die wandbildhaft wirken.
  2. Steine: Es können beliebige Natursteine verwendet werden. Am besten eignen sich für diese Technik jedoch Steinplatten in der Dicke von 1-3 cm, die sich mit Meissel und Hammer gut zuschlagen lassen.
  3. Farben: Man gewöhne sich an, Farbflächen mit gleichfarbenen Steinen nebeneinander zu setzen, damit jede Steinfarbe zur vollen Wirkung kommt. So besteht keine Gefahr, dass das Mosaik grau wirkt. Man lasse sich von einem anfänglichen Misserfolg nicht abhalten, weiter zu arbeiten; es ist auch in dieser Technik noch kein Meister vom Himmel gefallen.
  4. Werkzeug und Material: Meissel, etwa 5 cm breit, in ein Stück Eisen oder einen größeren Holzpflock eingelassen, Hammer (Maurerhammer), Zange mit langem Griff zum Abkluppen der Steine. Kartonmesser, Packpapier, Mehl, Portlandzement, Blausand, Dachlatten, Nägel, Drahtgitter oder 5-mm-Armierungseisen, eventuell Steinschutzmittel.

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