Franz K. Opitz:
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Glasmalerei > Kirche Unterstrass (1965), Westseite, Zürich
Innengestaltung der Kirche Unterstrass
Die im neugotischen Stil vor 80 Jahren
erbaute protestantische Kirche an der Weinbergstrasse hat im
Innenraum nach Plänen von Architekt Max Ziegler (Zürich) eine
großzügige Umgestaltung erfahren.
Im Zusammenhang damit erhielt Franz
Karl Opitz den Auftrag zu drei hohen Glasfenstern, flankiert von zwei
Halbfenstern. Der transparente Schmuck dieser Fensterreihe steht recht
eigentlich im Mittelpunkt der ganzen Raumgestaltung. Der früher in der
Längsachse orientierte Raum sammelt sich seit dem Umbau quergelagert, auf diese,
von gotischem Maßwerk umrahmten Seitenfenster, denen auch der Halbkreis der
Sitzreihen zugewendet ist. Beim Gottesdienst ist der Blick direkt auf sie und
damit die linke Längswand gerichtet und auf den dahinter spürbaren Lichten
Außenraum. In dieser protestantischen Kirche, die nicht auf mystisches Dunkel
angelegt ist, werden sie für den Blick der Gemeinde zu einem Ort der Sammlung.
Die dem Künstler gestellte Aufgabe wurde von ihm vorbildlich klar gelöst,
wohltuend abgestimmt auf die Wirkung des ganzen Kirchenraums mit seiner ins
Dämmrige übergehende Holzdecke. Berücksichtigt wurde außerdem der Wunsch, die
Fenster möglichst hell zu halten. Jedes der drei großen Glasfenster ist einem
Gleichnis und einem hintergründigen Heilssinn gewidmet. Dasjenige links zeigt
den Sämann, steiniges Erdreich, Vögel, Dornen und Ähren, denn der Same ist nicht
nur auf fruchtbaren Boden gefallen. Das Fenster rechts ist dem großen Fischzug
gewidmet. Vom Kahn aus senkt sich das Netz in die große fischreiche Tiefe. Von
den drei Männern blickt der eine gläubig in die Weite, der mittlere sinnt
erstaunt vor sich hin, die Hand des dritten, der nach unten schaut, greift aktiv
ins Netz. Über ihnen schwebt, von einem Kreis umfangen, die Dreiheit der Tauben,
Sinnbild des heiligen Geistes. Im mittleren Fenster erhebt sich hinter der
Senkrechten des Maßwerkes der aufsteigende, lichte Lebensbaum, vor ihm mit sich
öffnenden Armen der gläubige Mensch, über beiden, in die Waagrechte des
Schwebens gerückt, der Engel als Bote der Ewigkeit. Die Farben werden
großflächig gestuft, von gebrochenem Grau zu milden Blau- und Grüntönen und
gedämpftem Braun, nur sparsam an wenigen Punkten zu leuchtendem Gold, Rot und
tiefem Blau gesteigert. In den seitlichen Halbfenstern gibt es keine Figuren. In
der Sprache von Zeichen komponiert, weisen zur äußersten Linken Regenbogen und
Auge, Pfau und Weltrad auf die Kraft Gottes hin. Die Gegenseite ist dem Thema
des gefährdeten Lebens (überschlagende Welle und Regenwolke) und (mit dem Haus
auf Felsen) der Geborgenheit im Glauben gewidmet.
Von den Figuren aus folgt Opitz einem Glasbildstil, der demjenigen Hunzikers
verwandt ist. Doch seine Bauart im Ganzen ist lichter und unbeschwerter, stärker
auf geometrisch-architektonische Proportionen hin angelegt, diskreter und milder
im Gesamtklang. In ihrer formalen Größe und gemüthafte Intimität gehören diese
Glas- Fenster zum Überzeugendsten, was in jüngster Zeit in diesem Bereich der
Kunst in unserm Lande geschaffen wurde. Die Gemeinde Unterstrass und ihre
Behörden haben dieses Geschenk dankbar empfangen, voll Freude auch, dass
derjenige, der die Glasfenster schuf, einer der Ihren ist, in dieser Kirche vor
49 Jahren getauft, später konfirmiert und getraut wurde.
(Db.) 1965
Lesen Sie auch: Pfr. Hans Webers umfassende Betrachtung der fünf Glasbilder.
Rund 30 Jahre später gestaltet Franz K. Opitz weitere fünf Glasfenster für die Ostfenster der Kirche.
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Elisabeth Opitz,
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Montagne de Moutier 25,
2740 Moutier
Tel. 032 4927260, Handy 079 316 84 20
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